LVIV/LEMBERG - Das Adam-Mickiewicz-Denkmal . Dieses Denkmal, es wurde 1904 enthüllt, ist eines der wenigen Zeugnisse polnischen Lebens in der einstmals multiethnischen Stadt.
LVIV/LEMBERG - Das Adam-Mickiewicz-Denkmal . Dieses Denkmal, es wurde 1904 enthüllt, ist eines der wenigen Zeugnisse polnischen Lebens in der einstmals multiethnischen Stadt.

LEMBERG - Die Stadt stand schon lange auf meiner - im Kopf geführten - Reiseliste. Ich hatte immer wieder gehört, dass sie einzigartig sei, dass man sie gesehen haben muss, weil über ihr ein besonderer Zauber liege. Vielleicht sogar ein Geheimnis? Ich wusste, dass sie ein wechselvolles Schicksal erlebt hatte. Ich wollte dem auf die Spur kommen.

Als wir anfingen, eine Reise in die Ukraine zu planen, die uns auch nach Kiew und Odessa führen sollte, begann der Krieg im Osten des Landes, und wir gaben den Gedanken auf, einmal durch die Straßen der Stadt zu schlendern und dort in einem Café zu sitzen. Wir schauten uns nach anderen Zielen in Europa um.

Aber eines Tages entdeckte ich ein Buch über diese Stadt:

Lutz C. Kleveman LEMBERG. DIE VERGESSENE MITTE EUROPAS

Es fazsinierte mich so, dass ich sofort anfing, im Internet nach einer Reise dorthin zu suchen. Die war schnell gefunden. Und sie sollte uns auch nach Czernowitz führen und zu einigen der Moldauklöster in Rumänien.

 

LEMBERG sei eine Stadt ohne Gedächtnis, schreibt Lutz C. Kleveman. Von der Vergangenheit erzählten nur noch die Gebäude. Im Zweiten Weltkrieg erlebte sie eine "demographische Katastrophe". Aber diese Stadt mit dem schönen Zentrum, den Menschen, die es langsam durchstreifen, nimmt mich sofort gefangen. Mit den Augen allein ist ihre Geschichte nicht zu ergründen.

 

Die Ernüchterung kommt, als der Reiseleiter uns vor einer Galizienkarte in einem Hinterhof langatmig versucht klarzumachen, dass ganz Galizien ukrainisches Stammland wären. Er erwähnt zwar die polnische Geschichte der Stadt, auch die Habsburger Zeit und auch die jüdische Bevölkerung, aber im Mittelpunkt steht bei ihm immer wieder die Ukraine. Mich erschreckt es, wie ein Deutscher sich vom ukrainischen Nationalismus einfangen lässt und auch eine kleine Portion Polen- und eine große Russenhass pflegen kann. Nach meinem Verständnis ist es doch eine der Hauptaufgaben eines Reiseleiters, zur Völkerverständigung beizutragen...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ruine der Synagoge GOLDENE ROSE

DENKMAL FÜR DIE ERMORDETEN JUDEN
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