DAS ERSTE MAL IN AFRIKA

Mit dieser Überschrift bediene ich mich bei dem US-amerikanischen Reiseschriftsteller Paul Theroux, der jüngst ein Buch mit dem Titel EIN LETZTES MAL IN AFRIKA veröffentlicht hat. Darin nimmt er Abschied von dem Kontinent, auf dem er viele Jahre gelebt hat. 

Ich hatte das Buch vor unserer Reise gelesen; es hatte meine Erwartungen an diese erste Begegnung gedämpft. Er beschreibt das Elend in den Städten von Südafrika, Angola, aber auch von Namibia.

ABER er betonte auch immer wieder, dass Namibia nicht Afrika sei ...

In Windhoek sah er z. B. "den seltensten Arbeiter in Afrika: einen Straßenkehrer - sogar zwei von ihnen -, beide erfolgreich in ihrem Tun, der eine kratzte mit seinem meterbreiten Besen in den Granitrinnsteinen, der andere hatte eine Schaufel. Die sauberen Straßen verstärkten den surrealen Eindruck, den diese afrikanisch Hauptstadt bei mir hinterließ".

 

 

Auch wir trafen immer wieder auf kehrende Arbeiter. Es waren immer Schwarze!

Aber wir sahen auch Anderes: Als wir mit dem Bus zum Etosha Nationalpark unterwegs waren, fuhren wir an einer Müllkippe vorbei. Sie liegt neben einer ärmlich wirkenden Siedlung. Der Wind wehte die dünnen Plastiktüten durch die Landschaft und auch bis vor die Hütten. Sie schwebten fast überall. Auch das ist Namibia.

Aber sonst sahen wir auf in den zwölf Tagen, in denen wir 3 150 km durch das Land fuhren, vor allem wunderschöne Landschaften, viele Tiere; und wir erlebten nur das WEISSE Namibia.  Schwarze begegneten uns als "Dienstleister" in den Unterkünften, in den Restaurants oder in den Geschäften. Mehr war da nicht.

 

Afrika-Touristik für Europäer ohne Afrikaner!? Ohne ihre Kultur? Ohne ihre Geschichte? Das ist mehr als eine vertane Chance! Das ist hochmütig. Und dieser Hochmut macht mich traurig und wütend.

 

 


Vor dem Vogelfederberg