FÜR DEN SIEBENTEN TAG unserer Reise, einem Sonntag, den wir in Swakopmund verbrachten, bot uns der Reiseveranstalter, STUDIOSUS, einen Rundgang durch das Townschip Mondesa an. Dort könnten wir, so in der Reisebeschreibung, "Angehörige verschiedener ethischer Gruppen zu Hause besuchen und Wohnungsnot, Aidsepedemie, Arbeitslosigheit" kennen lernen und  "bei diesem Blick hinter die Kulissen ...  aus erster Hand" erfahren, "was die Menschen, die am Rande leben, bewegt".

Und das alles für 40 €!!!! Unser Reiseleiter, ein weißer Farmer, ignorierte dieses Angebot, aber es fragte auch keiner aus unserer Gruppe danach.

 

Wir waren in Windhoek durch das Schwarzen-Viertel Katutura gefahren worden. Wir fuhren an solchen Siedlungen vorbei, als wir von Swakopmund nach Walfischbucht unterwegs waren (Foto). Wir besuchten später den Holzschnitzermarkt in Okahandja. Wir trafen auf Männer, die uns afrikanische Volkskunst verkaufen wollten. Wir hatten schon eine Ahnung vom Elend in dem Land, bevor wir die Reise antraten.

In der MOKUTI ETOSHA LODGE trafen wir dann am Abend auf einen Bremer, der im Auftrag einer Hamburger Stiftung unterwegs war, die Kindergärten und Primarschulen in dem Armenviertel Katutura unterstützt. Wir diskutierten, ob solcher Art Engagement den Menschen dort helfe, aus dem Elend herauszukommen. Er äußerte zaghaft Zweifel. Ich warf ein, ob wir immer wüssten, was die Menschen in Afrika brauchten, was sie wollten, wovon sie träumten...

 

Die Frage beschäftigt mich noch immer, und ich werde ihr in meinem neuen Text, über dem ich zurzeit sitze, nachgehen. Im nächsten Jahr soll er als Buch erscheinen. Mehr dann dazu unter AKTUELLES.